Im Gespräch mit Hochzeitsplanerin Yasmin: Erfahrungen aus Stuttgart
Oktober 2024, ein Café in Stuttgart. Yasmin plant seit vielen Jahren Hochzeiten. Wir reden über typische Fehler, knappe Budgets und warum manche Hochzeiten entspannt laufen und andere im Chaos enden.
Yasmin, was ist der häufigste Fehler, den Paare machen?
Zu spät anfangen. Viele kommen zu mir und sagen: "Wir heiraten in acht Monaten." Dann muss ich erstmal schauen, welche Locations überhaupt noch frei sind. Die guten Läden sind ein Jahr vorher weg. Manchmal anderthalb.
Also früh anfangen ist das Wichtigste?
Früh anfangen und realistisch planen. Viele haben eine Pinterest-Vorstellung im Kopf, aber kein Budget dafür. Dann wird's schwierig.
Wie gehst du das Thema Budget an?
Ich frag immer direkt: Was könnt ihr ausgeben? Manche finden das unangenehm, aber ohne die Zahl kann ich nicht arbeiten. Dann teilen wir auf. Location und Essen fressen meistens 40 Prozent. Fotograf so 15 bis 20. Deko und Blumen vielleicht 10 bis 15. Musik nochmal 10 bis 15. Der Rest verteilt sich.
Und wenn das Budget nicht reicht?
Dann müssen wir priorisieren. Was ist euch wirklich wichtig? Manche sagen: Essen muss top sein, Rest egal. Andere wollen unbedingt diese eine Location – dann sparen wir woanders. Geht alles, aber man muss ehrlich sein.
Du hast viele Hochzeiten begleitet. Was macht den Unterschied zwischen einer entspannten Feier und Chaos?
Puffer. Immer Puffer. Paare planen oft: 18 Uhr Essen, 19:30 Torte, 20 Uhr erster Tanz. Auf die Minute. Funktioniert nie. Irgendwas dauert immer länger. Essen kommt später, Oma braucht länger auf der Toilette, Fotograf will noch drei Bilder. Wenn dann kein Puffer da ist, wird's hektisch.
Wie viel Puffer empfiehlst du?
Mindestens 15 Minuten zwischen den Programmpunkten. Lieber mehr. Die Zeit füllt sich von alleine – mit Gesprächen, Tanzen, einfach Genießen.
Thema Musik: Band oder DJ?
Beides hat Vorteile. Band ist ein Erlebnis, keine Frage. Aber ein DJ ist flexibler. Der kann in Echtzeit reagieren. Wenn die Tanzfläche leer wird, wechselt er das Genre. Eine Band spielt ihr Set durch.
Wie findest du einen guten DJ?
Referenzen. Nicht nur Webseite angucken, sondern fragen: Kann ich mit einem Paar sprechen, das du begleitet hast? Und dann ein persönliches Gespräch. Die Chemie muss stimmen. Der DJ ist den ganzen Abend präsent – wenn der nicht passt, merkt man das.
Was sollte ein DJ außer Musik noch können?
Moderation. Viele unterschätzen das. Tortenanschnitt ansagen, Spiele erklären, Reden anmoderieren. Ein guter DJ führt durch den Abend, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Und Technik natürlich. Gute Anlage, Mikros für Reden, Backup wenn was ausfällt.
Noch ein Thema: Nachhaltigkeit. Ist das bei Hochzeiten angekommen?
Ja, definitiv mehr als noch vor fünf Jahren. Digitale Einladungen statt Papier, regionale Caterer, Deko leihen statt kaufen. Manche pflanzen Bäume statt Gastgeschenke. Ist nicht für jeden was, aber wer's machen will, findet Möglichkeiten.
Dein wichtigster Tipp für Paare, die gerade anfangen zu planen?
Setzt euch zusammen und fragt: Was wollen wir wirklich? Nicht was die Eltern erwarten, nicht was auf Instagram gut aussieht. Was wollt ihr beide? Wenn ihr das wisst, ist der Rest Orga. Ohne das – wird's anstrengend.
Planen Sie Ihre perfekte Hochzeit?
Lassen Sie uns gemeinsam Ihren besonderen Tag unvergesslich machen.